Hintergrund

Im Bereich der Gastspielbranche sind die verschiedenen Akteure sehr verteilt und im Arbeitsalltag sammeln sie viel „implizites“ Wissen, das auch für andere Beteiligte hilfreich sein könnte. Digitale Wissensplattformen können dazu beitragen, die verschiedenen Akteure zu vernetzen und den Wissensaustausch zu fördern. In sogenannten Communities of Practice, informellen Gemeinschaften, wird Wissen festgehalten und ausgetauscht, sowie neue Ideen entwickelt.

Wissensmanagement nach Probst (2012)

Methode

Für den Prozess, aus verschiedenen Zielgruppen eine digitale Gemeinschaft entstehen zu lassen, das sogenannte „Community Building“, existieren in der Forschung bereits verschiedene Design-Strategien. Aus der Arbeit von Kraut und Resnick (2011) wurden geeignete Design-Empfehlungen für die neue Wissensplattform KnowledgeBase ausgewählt. In einem sogenannten Participatory Design-Workshop, einem kollaborativen Gestaltungs-Workshop zusammen mit Experten, wurde als primäre Herausforderung die Aktivierung der Nutzer festgelegt. Dabei wurden sieben relevante Design-Empfehlungen identifiziert und eine mögliche Umsetzung in Prototypen festgehalten.

Design-Empfehlungen

  1. Indem man den Nutzern multiple Möglichkeiten gibt, etwas zum Wissenspool beizutragen, steigt die Chance, dass sie es tun.
  2. Geringe Komplexität des Erstellens von Beiträgen trägt dazu bei, dass sich Mitglieder öfter beteiligen.
  3. Indem man Nutzern gezielt Hinweise zur Interaktion gibt, steigt die Chance, dass diese etwas beitragen.
  4. Durch das Hervorheben der Sozialen Bewährtheit wird die Beteiligung neuer und bestehender Mitglieder gefördert.
  5. Durch die Förderung intrinsischer Motivation wird die Beteiligung der Mitglieder gefördert und die inhaltliche Qualität verbessert.
  6. Durch die Förderung extrinsischer Motivation wird die Beteiligung der Mitglieder gefördert und die inhaltliche Qualität verbessert.
  7. Fühlen sich Mitglieder als wertvoller Teil der Gemeinschaft, fördert dies die Beteiligung.

Prototypische Umsetzung

Um die aktive Beteiligung als zentrales Ziel des Community Building zu fördern, sollen dem Nutzer verschiedenste Formen der Interaktion und Kommunikation angeboten werden wie in der prototypischen Übersichtsseite dargestellt:

Prototypische Übersichtsseite im Forum

Im Forumsbereich können Blogbeiträge gelesen werden. Die Beiträge sind in Themen und Unterthemen gegliedert und es ist auch die Möglichkeit gegeben, einen völlig neuen Beitrag zu erstellen (siehe Abbildung unten). Innerhalb eines Beitrags werden die einzelnen Nachrichten der Mitglieder mit Profilbild, Name, Datum und Uhrzeit dargestellt. Zudem wird angezeigt, wenn die Nutzer online sind und dementsprechend die Möglichkeit geboten, mit der Person zu „chatten“. Die Möglichkeit, die Beiträge im Forum zu „kommentieren“, ist deutlich hervorgehoben und stellt für die Nutzer eine eigenständige Möglichkeit dar, ihr Wissen zu teilen, zu entwickeln und zu bewerten.

Prototypischer Beitrag im Forum

Die ermittelten Design-Empfehlungen werden im Rahmen der Weiterentwicklung der KnowledgeBase auf ihre praktische Anwendbarkeit geprüft und umgesetzt.

Literatur

Kovacs, Anna (2017). Verwendung von Wissensplattformen im Kulturbetrieb –  Patterns für ein Community Building. Masterarbeit im Fach Medieninformatik, Universität Regensburg.

Kraut, R. E., & Resnick, P. (2011). Building Successful Online Communities: Evidence-Based Social Design. Cambridge, Massachusetts: The MIT Press.

Probst, G., Raub, S., & Romhardt, K. (2012). Wissen managen: Wie Unternehmen ihre wertvollste Ressource optimal nutzen. Gruppendynamik und Organisationsberatung, 35(7). Wiesbaden: Springer Gabler. https://doi.org/10.1007/978-3-8349-4563-1