Die diesjährige Inthega-Frühjahrstagung unterschied sich deutlich von den bisherigen: Erstmals gab es keinen Theatermarkt mit Messeständen – eine Herausforderung für all jene Anbieter, die ihre Programme und Dienstleistungen dennoch irgendwie präsentieren wollten.

Angemeldet waren über 240 Tagungsteilnehmer; eine interessante Mischung aus Praxis und Wissenschaft, denn auch Hochschuldozierende und Studierende waren da, um das Angebot an Fachbeiträgen, Podiumsdiskussionen und den Branchenaustausch wahrzunehmen. Unter der Überschrift „Gastspieltheater Zukunft – bis es uns gefällt“ begrüßte Schweinfurts Oberbürgermeister Sebastian Remelé die Anwesenden in seiner Eröffnungsrede. Schweinfurt, traditionell eine Arbeiterstadt mit knapp 54.000 Einwohnern, leistet sich ein breit aufgestelltes Kulturangebot. Der Oberbürgermeister ist zugleich auch der Kulturreferent.

Mut sollen die Veranstalter haben, neue Wege suchen und beschreiten; Das war der Fokus der Agenda bei den Referenten und in den Diskussionen. Best Practices wurden präsentiert, Runde Tische für anschließende Diskussionen zum Themenschwerpunkt „Der Zuschauer der Zukunft“ veranstaltet und im Podium die Wahrnehmung im Markt besprochen. In den Pausen fanden kaum Verkaufsgespräche statt, man diskutierte weiter, tauschte sich aus, und auch beim gemeinsamen Abendessen wurde weiter debattiert: Hat das Gastspieltheater als Modell eines Theaters in der Fläche Zukunft?

Der für mich wichtigste Satz dieser Tagung kam von Berthold Mäurer, dem Leiter des Kulturbüros Bensheim: „Wir stellen die kulturelle Grundversorgung bereit, das ist unsere Aufgabe“. Dies hat Oberbürgermeister Sebastian Remelé für Schweinfurt längst verstanden. Nach dieser Tagung war eine enorme Euphorie spürbar, eine Art Aufbruchsstimmung. Und wie bereits Prof. Harald Welser der Stiftung Zukunftsfähigkeit FUTUREZWEI als erster Referent der Tagung kundtat: Es gilt gerade heute, diese Energien zu nutzen und in Ergebnisse umzuwandeln. Bleibt abzuwarten, was dieser gelungenen Tagung folgt. Unsere Projektkollegen waren hautnah an den Diskussionen beteiligt, konnten Bedürfnisse und Wünsche, vor allem für die KnowledgeBase, mitnehmen und konkretisieren. Ein Fazit scheint klar: das eKulturPortal ist überfällig.

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